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Presse
| 31.01.2012, 11:28 Uhr | MOZ | Redaktion Eberswalde | Sven Klamann
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Allianz gegen Holzkraftwerk-Erwerb
Eberswalde (MOZ) Der mögliche Kauf des insolventen Holzkraftwerkes HOKAWE durch den Kreis Barnim sorgt weiter für Furore. Nach Bekanntwerden erster Eckdaten des Gutachtens, mit dem unter anderem die Kosten eines Erwerbs beleuchtet werden sollten, hat sich jetzt Albrecht Triller zu Wort gemeldet. Der Kommunalpolitiker gehört im Kreistag der Fraktion Grüne/Bündnis für ein demokratisches Eberswalde an, die sich schon mehrfach skeptisch zu den Plänen von Landrat Bodo Ihrke (SPD) geäußert hat. In der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung sitzt er in der Fraktion der Fraktionslosen und tritt auch dafür ein, dass in der Stadt die Nahwärme aus ökonomischen und ökologischen Gründen stärker als bisher gefördert wird. "Wenn der Kreis das Holzkraftwerk übernimmt und wie angekündigt das Fernwärmenetz ausbaut, um den Betrieb rentabler zu machen, gefährdet dies die erwiesenermaßen kostengünstigere Nahwärmeversorgung", urteilt Albrecht Triller.
Der Kreis- und Stadtabgeordnete vermisst in den Wirtschaftlichkeitsberechnungen, die auf einer Gesamtinvestition von 16,8 Millionen Euro fußen, "eine hinreichende Berücksichtigung der Risiken". Die betreffe insbesondere die Holzpreisentwicklung, die Wärmeabnahme in Abhängigkeit von Witterung und Bevölkerungsrückgang sowie die Konkurrenz durch Nahwärme. "Als Teilnehmer fast aller Beratungen von Kreistagsgremien zum Thema komme ich zu dem Schluss, dass sich zwar der Umfang der Informationen zu Detailfragen vergrößert hat, aber meine Zweifel an der Richtigkeit des Erwerbs noch gewachsen sind", sagt Albrecht Triller. Des Landrats offenkundiges Ziel, den Barnim beim Nutzen alternativer und regenerativer Energien brandenburgweit an die Spitze zu führen, verführe ihn dazu, alle Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und kaufmännische Bedenken zu ignorieren.
Der Volksvertreter verweist darauf, dass kein Unternehmen, auch nicht der für den Erfolg des Projekts unverzichtbare Wärmelieferant EWE, das Ziel verfolge, das HOKAWE zu kaufen. "Dieses Desinteresse müsste den Landkreis stutzig machen", schlussfolgert Albrecht Triller.
Zu den Kritikern der Erwerbspläne gehört in einer zuvor nie dagewesenen Koalition auch die FDP, deren Barnimer Kreisvorsitzender Gregor Beyer, zugleich Landeschef seiner Partei und Mitglied des Brandenburger Landtags, bereits im November eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt hat.
Der Liberale aus Eberswalde hatte unter anderem gefragt, ob das für den Betrieb des HOKAWE nötige minderwertigere Energieholz vollständig aus dem Landeswald entnommen werden könne oder ob ein Mehrbedarf entstehe, der durch die Lieferung höherwertiger Sortimente ausgeglichen werden müsse. Die Antwort der Landesregierung ist eindeutig. "Das verfügbare Aufkommen an Energieholz reicht nicht aus", heißt es darin.
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