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Presse
18.02.2012, 11:18 Uhr | MOZ | Redaktion Bernau + Eberswalde | Ellen Werner Übersicht | Drucken
Kreis setzt bei der Kultur den Rotstift an

Bernau/Eberswalde (MOZ) Im vorigen Jahr waren noch 135 000 Euro im Barnimer Kulturtopf. Der ist in diesem Jahr deutlich geringer gefüllt. Gleichgeblieben ist jedoch die Zahl der Kulturveranstalter, auf die der Kreis die Mittel verteilt. Die Höchstförderung pro Vorhaben liegt bei 2600 Euro.



Auf weniger als zwei Drittel der Förderung 2011 stutzt der Kreis in diesem Jahr die Mittel für Kulturprojekte. Bei gleichbleibenden Begehrlichkeiten - 54 Barnimer Veranstalter bekommen für ihre Vorhaben vom Aktionstag bis zum Festival Zuschüsse. Im vorigen Jahr waren es 53.

Das heißt vor allem, dass jeder ein Stück vom Kuchen abgeben muss. Erreichten die Zuschüsse zuletzt noch bis zu 9000 Euro, sind in diesem Jahr zwar sämtliche Antragsteller bedient, aber mit deutlich niedrigeren Beträgen. "Die Verteilung der Mittel fällt relativ kleinteilig aus", sagte Annegret Dannehl vom Barnimer Strukturentwicklungsamt bei der Präsentation der Förderliste im Kulturausschuss, der am Donnerstagabend darüber zu entscheiden hatte.

So sind es überwiegend Summen um 1000 Euro, die die Veranstalter einplanen können. Mit der maximalen Zuwendung von 2600 Euro bezuschusst der Kreis acht von ihnen. Zu ihnen gehört der Verein Kulturreich Barnim - der davon gleich zwei der auch überregional bekanntesten Barnimer Festivals ausrichtet.

Mehr als das Dreifache hatte der Verein für die Bernauer Musikfestspiele "Siebenklang" und das "Inselleuchten" in Marienwerder beantragt. "So wenig hatten wir noch nie", kommentiert Frank Göritz, Erfinder und Mitorganisator der Festivals. "Und eigentlich schon grotesk angesichts der Gesamtsummen, die für solche Veranstaltungen über den Tisch fließen." Die liegen für beide Festivals zusammengenommen bei 156 000 Euro - soviel, wie kein anderes Projekt, das in die sogenannte allgemeine Kulturförderung des Kreises fällt. "Traurig, dass das dem Landkreis so wenig wert ist", lautet das Fazit von Göritz.

Ohnehin hatte die vergleichsweise komfortable Lage für die Antragsteller - Vereine und Kommunen - nur drei Haushaltsjahre vorgehalten. 85 000 sind seit 2003 die Basissumme. 2009 stockte der Kreis dann auf - nachdem die Zahl der Förderanträge eine neue Spitze erreicht hatte. 89 Veranstalter wollten vor drei Jahren Mittel für Kultur.

Als "beeindruckende Vielfalt" wurde das Spektrum im Ausschuss für Kultur und Bildung aber auch in diesem Jahr gelobt. Gelder gibt es etwa für eine Videokunstreihe im Wolf-Kahlen-Museum, eine Konzertreihe in der Dorfkirche Prenden, ein Theater- und Kinderprojekt im Kulturbahnhof Biesenthal, für den Joachimsthaler Hörspielbahnhof und die Barnimer Märchenwoche.

Leer ausgegangen sind sechs Projekte. Drei Anträge erreichten die Kreisverwaltung nach der Frist. So muss auch der Bernauer Förderverein St. Marien für sein 19. Festival Alter Musik auf die Finanzspritze verzichten.

Groß dürfte dagegen die Freude beim Altenhofer Kulturkreis sein. Der Verein gehört zu der Handvoll Antragsteller, die vom Kreis die Finanzspritze bekommen, die sie sich gewünscht haben: 360 Euro erhält er für den Altenhofer Liedersommer - die kleinste Fördersumme im Barnim.


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