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Presse
23.07.2010, 19:06 Uhr | Welt vom 21.07.2010 Übersicht | Drucken
Gedenken an die Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944

Berlin - Mit einer feierlichen Gedenkstunde hat die Bundesregierung an das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 und den Widerstand gegen das NS-Regime erinnert. Der Attentatsversuch habe gezeigt, dass es "in den dunkelsten Zeiten der Diktatur ein anderes, besseres Deutschland gegeben hat", sagte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in Berlin.


Die Verschwörer vom 20. Juli seien Menschen mit Stärken und Schwächen gewesen, aber keine Übermenschen, sagte der Minister mit Blick auf die Kritik an den Widerstandskämpfern, die in den vergangenen Jahren mitunter geäußert wurde. Sie seien fraglos heute noch Vorbilder, betonte Guttenberg, der selbst Verwandte im Widerstand hatte. Dem Schweigen hätten sie Worte und Taten gegenübergestellt und ihre Ängste überwunden.
Bundesratspräsident Jens Böhrnsen (SPD) legte an der Gedenktafel im Ehrenhof des Bendlerblocks einen Kranz nieder. Dort waren in der Nacht zum 21. Juli 1944 der Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg und vier Mitverschwörer erschossen worden. Heute sind in dem Gebäudekomplex das Verteidigungsministerium und die Gedenkstätte Deutscher Widerstand untergebracht. Der US-amerikanische Historiker Fritz Stern würdigte das Attentat als einen Aufstand für Befreiung, Recht und menschliche Würde, wie es ihn in Deutschland zuvor nicht gegeben habe. Die Menschen des 20. Juli hätten "ein Vorbild des Anstands" hinterlassen. Die Männer seien zwar keine Demokraten gewesen, meinte Stern. Sie hätten nur die falsch verstandene Erfahrung gekannt, die Demokratie von Weimar habe zu Hitler geführt. Ihre Betonung von Recht und Justiz als Vorstufe zur Demokratie sei aber bis heute überzeugend. Der Aufstand sei ein Aufbegehren des Gewissens gewesen, kein politischer Aufstand.

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